Neurodermitis bei Jugendlichen + Erwachsenen

Die Neurodermitis, auch atopisches oder endogenes Ekzem* genannt, ist eine chronische Hautkrankheit, für die häufig symptomatisch ist:

  • trockene Haut
  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Entzündungen

Erwachsene mit Neurodermitis leiden zudem nicht nur unter Juckreiz: Wenn die "unschöne" Haut als starker äußerlicher Makel empfunden wird, schotten sich insbesondere viele junge Erwachsene von Altersgenossen ab und isolieren sich sozial. Daher leidet auch oft die Seele. Der unbändige Juckreiz verursacht nicht nur Schmerzen, auch der Schlaf wird oft beeinträchtigt. Durch permanente Müdigkeit wird die psychische Belastung noch verstärkt. Dazu kommt die dauernde Ungewissheit, wann der nächste Schub kommt. 

*Die Bezeichnung Ekzem ist ein Sammelbegriff für entzündliche Hauterkrankungen.

Verbreitung von Neurodermitis bei Erwachsenen

Fachleute schätzen, dass allein in Deutschland rund acht Millionen Menschen betroffen sind. Zwar leiden vorrangig Kinder an Neurodermitis, Erwachsene können jedoch auch betroffen sein. Wo am Körper und in welcher Form die Beschwerden auftreten, hängt auch mit dem Alter der erkrankten Personen zusammen. 

Eine groß angelegte Studie ergab, dass fast 13 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Neurodermitis erkrankt sind. Die Erkrankungshäufigkeit bei Erwachsenen mit Neurodermitis (18 bis 80 Jahre) ist deutlich geringer: rund drei Prozent dieser Altersgruppe in Deutschland leidet an der Hauterkrankung.

Der Verlauf der Neurodermitis verändert sich mit dem Lebensalter. Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, sie verschwindet jedoch bei ca. 50 Prozent aller betroffenen Babys innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Die Schübe können allerdings später in der Pubertät oder im späteren Erwachsenenalter wieder auftauchen.

 Formen von Neurodermitis bei Erwachsenen

Die Neurodermitis, auch atopisches oder endogenes Ekzem* genannt, ist eine chronische Hautkrankheit, für die häufig symptomatisch ist:  trockene Haut, Juckreiz,  Rötungen,  Entzündungen.

Jugendliche und Erwachsene mit Neurodermitis stellen die Symptome häufig an bestimmten Körperstellen fest:

  • Stirn
  • Augenlider 
  • Nacken- und Halsbereich 
  • Brustbereich
  • Knie- und Ellenbeugen
  • Hände und Füße

Neurodermitis-Symptome klingen bei vielen Patienten mit dem Ende der Pubertät ab und verschwinden bis Ende das 30. Lebensjahres ganz. Die Haut bleibt allerdings empfindlich, trocken und pflegeintensiv. Im Kindes-, Jugend- und Erwachsenalter werden unterschiedliche Formen von Neurodermitis beschrieben:

  • ekzematoide Form
  • lichenifizierte Form
  • pruriginöse Form

Diese Formen des atopischen Ekzems können gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Die Haut ist trocken und leicht gerötet, neigt zu Schuppungen. Hautvergröberungen und -verdickungen (Lichenifikation) nehmen zu. Charakteristische Kennzeichen sind auch stark juckende Papeln und Knötchen, da die Haut leicht entzündlich ist.

Knötchenbildung (pruriginöse Form)

Besonders an den Beugeseiten der Extremitäten, in den Ellenbeugen und den Kniekehlen entwickeln sich die Knötchen. Sie können aber auch am gesamten Körper auftreten und sind meist von Abschürfungen begleitet. Die Hautknötchen gehen meist mit besonders quälendem Juckreiz einher. Diese Form der Erkrankung wird als pruriginös bezeichnet.

Neurodermitis an Haarschäften

Die an Haarschäften (wo das Haar aus der Haut herauskommt) auftretende Neurodermitis ist oft mit Knötchenbildung verbunden.  Besonders Menschen afrikanischer oder orientalischer Herkunft leiden unter diesen Symptomen. Juckende, schuppende Kopfhaut kann ebenfalls auftreten. 

Dyshidrosiformes Ekzem an Händen und/oder Füßen

Eine Begleiterscheinung von Neurodermitis kann das so genannte dyshidrosiforme Hand- und Fußekzem sein: Juckende Bläschen in Verbindung mit vermehrter Schweißbildung (Hydros, gr. = Schweiß)

Oft treten Handekzeme bei Erwachsenen auf, die bereits an Neurodermitis oder einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen, allergischem Asthma oder Nahrungsmittelallergie leiden. Diese Patienten haben eine genetische Veranlagung für Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems. Mechanische Reizungen (reiben, kratzen, scheuern), chemische Substanzen oder Allergene können die Hautgesundheit angreifen, wenn die natürliche Hautbarriere bereits geschwächt oder durch wiederholte Belastungen angegriffen ist. Bei gesunder Haut sorgt ein stabiler Verbund aus Hautzellen und Fetten (Lipiden) dafür, dass keine schädlichen Fremdstoffe eindringen können. Feuchtigkeit kann gespeichert werden und die Haut wird vor dem Austrocknen geschützt. Bei vielen beruflich bedingten Handekzemen wird die Hautbarriere z. B. durch Hantieren mit Flüssigkeiten oder häufiges Händewaschen geschädigt. Werden Schutzhandschuhe aus Gummi oder ähnlichen Materialien getragen und die Hände schwitzen darin, greift dies die Hautbarriere ebenfalls an. Tritt Neurodermitis bei Erwachsenen an den Händen auf, ist spezielle Pflege notwendig, um der strapazierten Haut Feuchtigkeit zurückzugeben.

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Die als Dyshidrosis bezeichnete Hautkrankheit mit stark juckenden Bläschen tritt auch an Fußsohlen auf. Eine andere Bezeichnung für diesen Ausschlag ist Pompholyx, was in etwa „Wasserblase“ bedeutet. Treten diese Beschwerden auf, ist eine spezielle Fußpflege bei Neurodermitis essenziell. Generell sind die Füße bei Erwachsenen mit Neurodermitis trocken und pflegeintensiv. 

Ekzem an Augenlidern

Auch im Bereich der Augen kann Neurodermitis bei Erwachsenen auftreten. Das Erscheinungsbild ist eine Rötung im Bereich des Ober- und/oder Unterlids. Die Haut der Lider zeigt gelegentlich eine leichte Schuppung. Bei längerem Verlauf des Lid-Ekzems kann eine Hautverdickung mit gröberer Struktur entstehen.

Um den Alltag trotz Neurodermitis bewältigen zu können, brauchen Sie Kraft und gute Nerven – denn auch Stress und Neurodermitis stehen in einem Zusammenhang. Aufgrund der engen Verbindung zwischen den körperlichen Beschwerden und der Psyche, empfiehlt sich ein Entspannungstraining. Es ist gleichzeitig die Grundlage für schönere Haut und ein besseres Körpergefühl! 

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